Richi’s Gamskarkogelhütte
Echte Freiheit Auf Europas Höchstem Grasberg
Geschrieben Von :
Berge | Österreich

Während wir einen freien Platz in der Gaststube suchen, dröhnt es plötzlich: „Griaß aich! Kunnt vo aich gach wer obwoschn?“

Ah, das ist hier also der Wirt. Und Koch. Kellner. Hüttenwart. Gästebetreuer.
Richi, der Mann vom Gamskarkogel.

Seit 15 Jahren verbringt er hier die Sommermonate, fernab von Zivilisation und moderner Technik – auf Strom wird hier fast ganz verzichtet, die meisten Geräte müssen manuell bedient werden. Zeit und Außenwelt sind hier bedeutungslos, Unterhaltung bringen die Wanderer, die am Weg zum oder vom Gipfel vorbeischauen. Wichtig ist nur das Wetter, Umschwünge oder Wintereinbrüche können tückisch sein. Vor einigen Jahren saß Richi im September 17 Tage lang bei zwei Metern Schnee in seiner Hütte fest. Anhaltende Kälte und dichter Nebel zwangen ihn zur Einsamkeit. Die gibt’s übrigens öfter hier oben, wenn meist auch kürzer; Schlechtwetter in den Alpen darf man nicht unterschätzen.

So gut Richi mit dem Alleinsein klar kommt, so souverän ist er auch angesichts zweier Dutzend hungriger Wanderer, die um die Mittagszeit seine Hütte stürmen. So wie heute. Da werden dann ausgesuchte Gäste zum Tischabräumen und Abwaschen zwangsverpflichtet. Dafür gibt’s bei einem Plausch mit dem Wirt selbst gemachten Kuchen zum Kaffee. Und natürlich einen Schnaps. Bis man dann irgendwann aufbrechen muss, um noch bei Tageslicht das Tal zu erreichen.

Adresse: Gamskarkogel, 5630 Bad Hofgastein
Tel: 0043 676 4158840
Öffnungszeiten: Mitte Juni bis Ende September (witterungsabhängig)
Übernachtung bei vorheriger Reservierung möglich

Die 96Hours in Bad Gastein Features – geschrieben von Rene Fleissner und Jana Kohler, fotografiert von Daniel SostaricAndre Kratzer und Thomas Taurer – entstanden in Zusammenarbeit mit der Kora Group.

Autor
Guest // Gast
Veröffentlicht am: 2. Juli 2014 von: Guest // Gast
Liz Ke is a German photographer who captures everything from weddings to the view of where she stands on daily runs. As a distance runner, she can see much of the world through the power of her lens and legs, one of which she uses to hike through forests and balance on mountaintops, the other to fully appreciate the moment wherever she happens to be.
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