Midlake
Alles Ist Möglich
Geschrieben Von :
Events | Schweiz

LIVE IN MATM
MÄRZ 2014 IN LAUSANNE, ZÜRICH & MÜNCHEN

Wenn ich mich für einen Soundtrack für eine Fahrt durch die Alpen entscheiden müsste, dann würde ich mich immer für Midlake entscheiden.

Ihre wunderschönen, traurigen Melodien und verschnörkelten Geräuschkulissen verfließen mit der Natur und der atemberaubenden Landschaft. Berge, Wälder, Winter, Schneeschuhe, Regen, Erde, Unterschlupf, Himmel und Täler – dass sind die Inspirationen für Midlake und die Grundlage für ihre Geschichten und Songs, wie die Band selbst sagt: „inspiriert von den Bayerischen Bergen” (Midlake)

Im Oktober 2013 wollte es der Zufall, dass ich Midlake das erste Mal live sah, als sie ihr neues Album „Antiphon“ in Brüssel in einem intimen Rahmen vorstellten. Das Timing war schon fast unheimlich:

Ich war gerade auf Tour mit der kanadischen  Indie-Folk Band Folly &  The Hunter. Auf unserer Fahrt von Gent nach Brüssel hörten wir “The Trials Of Van Occupanther” von Midlake. Kaum am Brüssler Venue angekommen, zeigte jemand auf ein Midlake-Poster: Sie spielten noch an dem selben Abend im gleichem Venue! Was für ein Zufall! Ich meine: a) dass sich unsere Touren überschnitten b) dass sie in einem der schönsten Clubs in Europa überhaupt auftraten (dem Botanique) und c) dass wir gerade noch über sie gesprochen hatten!

Eigentlich bin ich kaum mehr verlegen, wenn ich auf Bands treffe. Doch diesmal war es anders. Wir hatten schlechten WiFi Empfang in unserer Garderobe, weshalb ich netterweise von Midlakes Tourmanager eingeladen wurde mein Produktionsbüro in Midlakes Garderobe einzurichten. Ehrlich gesagt, fiel es mir an dem Abend nicht leicht mich meinen Aufgaben als Tourmanager zu widmen. Da war ich mit einer handvoll Musikgenies in einem Raum und sollte mich auf meinen Bildschirm konzentrieren?!

Irgendwann fiel mir auf, dass Tim fehlte. Tim Smith – der Leadsänger und Songschreiber der Band. Es stellte sich heraus, dass er bereits im November 2012 die Band verlassen hatte.

Smith war seit der Gründung 1999 ein Teil der Band gewesen – das heißt seit mehr als einem Jahrzehnt! Als er sich entschloss aufzuhören, arbeitete die Band bereits seit 2 Jahren auf einer Farm in Buffalo, Texas an den Songs für ihr viertes Album.

„Ich glaube in jedem Business, in jeder Beziehung oder auch in jeder Band richtet man sich schnell ein in der gewohnten Gemütlichkeit, in dem was man kennt – manchmal muss man diese Komfortzone verlassen und alles mal kräftig durchschütteln. Wir hatten nicht darum gebeten. Das war so auch nicht geplant! Aber was sollten wir machen?! Wir haben das Beste daraus gemacht und es in etwas Positives verwandelt.“ erklärt mir der Gitarrist und Sänger Eric Pulido. „Das Schlimmste war das Gefühl Zeit verschwendet zu haben. Wir hatten soviel Energie und Aufwand in die Arbeit am Album gesteckt und auf einmal war das nichts mehr wert.“

Was sollte man mit dem ganzen Material anfangen?! Die Bandmitglieder entschieden sich für einen Cut und Neustart. Anstatt die Scherben des alten Albums aufzusammeln, und zusammenzusetzen, machten sie sich daran ein neues Album zu schaffen. In nur sechs Monaten nahmen sie das Album „Antiphon“ auf.

Antiphon bedeutet übersetzt Wechselgesang. Auf den Ruf eines Vorsängers antwortet der Chor. Dieses musikalische Muster findet man in gregorianischen Kirchengesängen bis hin zu Seemannsliedern. Für Midlake ist es der perfekte Titel, um ihre neue Phase einzuleiten: in einer neuen Zusammensetzung, mit einem fein geschliffenen Sound, so mächtig und sinfonisch wie er dynamisch und kaleidoskopisch ist! „Wie das von den Leuten aufgenommen wird, können wir nicht beeinflussen. Wir müssen einfach ehrlich zu dem stehen, was wir machen und etwas schaffen was uns persönlich bewegt. Und weil wir genau das bei diesem Album gemacht haben ist es komplett wir. Ich bin extrem glücklich und zufrieden mit diesem Album, vielleicht mehr als jemals zuvor. Was man auch immer von dem Album denken mag, wir geben dem Hörer genau das was wir wollten und das ist doch schon mal eine gute Basis.“

Jeder der Midlakes vorherige Alben kennt wird essentielle Bestandteile auf Antiphon wiedererkennen: Die verschrobenen psychedelischen Klänge ihres Debütalbums Bamnan and Slivercork (2004), den Soft-Rock ihres Albums The Trials Of Van Occupanther, mit denen ihnen der Durchbruch gelang und das vom britischen Folk durchzogene Album The Courage Of Others (2010).

Ihr viertes Album ist eine weitere faszinierende Reise und gleichzeitig eine logische Entwicklung. Der Sound ist bekannt und unbekannt gleichermaßen. „Es bewegt sich alles im Midlake Radius“ erklärt Pulido „auf dem Antiphon Album wollten wir sowohl den psychedelischen Style mitaufnehmen, den man eher bei Bands aus vergangenen Zeiten hört, als auch musikalische Einflüsse aus dem Jetzt und Hier. Dabei kam dann heraus: weniger Folk, mehr Rock, weniger nostalgisch, mehr progressiv! Jetzt ist alles möglich!“

 

Ich hatte die Band noch nie live erlebt und folglich auch keine Vergleichsmöglichkeiten. Aber mal ganz ehrlich wenn mir bei einem Konzert gleich mehrmals die Tränen kommen … das sagt doch wohl alles, oder?!

Wenn ihr auch Bock auf eine Band habt, die selbst konzerterfahrene Erwachsene zum Heulen bringt, dann schaut sie euch an – live in MatM:

6. März 2014 Lausanne – Les Docks
7. März 2014 Zürich – Komplex
9. März 2014 München – Freiheiz

Autor
Nadin Brendel
Veröffentlicht am: 5. Februar 2014 von: Nadin Brendel
NADIN LIVES IN BAD GASTEIN, AUSTRIAN ALPS, WHERE SHE RUNS A CREATIVE HUB EMPOWERING LOCAL BUSINESS AND BEYOND. SHE HARBORS A DEEP LOVE OF DISCOVERING PRETTY PLACES SHE CAN SEND HER BANDS, FRIENDS AND (OCCASIONALLY) HERSELF, TO.
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