Bad Gastein
Erste Eindrücke
Geschrieben Von :
Berge | Österreich

Dieser Ort ist einfach surreal. In Bad Gastein gibt es und gab es auch nie einen Sinn für Mittelmaß. Bei einem Spaziergang durch den Ortskern wird dies klar.

Die Melange tut gut, weckt die Lebensgeister. Die nächsten Tage sind schon grob durchgeplant: Bad Gastein und Umgebung, wandertechnische und kulinarische Highlights, begleitet von ausgezeichnetem Wetter. Jetzt gibt’s aber noch Kaffee mit Blick auf den Bahnhof und die ein- und abfahrenden Züge. Schnell austrinken und hinab in die Stadt!

Durch Häuserschluchten der Gründerzeitarchitektur geht’s zur Terrasse der Villa Solitude. Der erste Panoramablick zeigt die Gasteiner Ache und den mächtigen Wasserfall. Dieser teilt die Stadt in zwei Hälften und durchtrennt eine Reihe glamouröser Belle-Époque-Bauten. Das Grand Hotel de l’Europe ist eines dieser Prachtexemplare. 1909 erbaut, galt es damals als eines der größten und luxuriösesten Gebäude Europas. Einen scharfen Kontrast dazu bildet das futuristische und vielfach prämierte Kongresszentrum des Stararchitekten Gerhard Garstenauer, das ab 1975 große Kongresse nach Bad Gastein bringen sollte. Runter von der Terrasse und rüber zum tosenden Wasserfall. Die Ache machte Bad Gastein einst zum ersten elektrisch beleuchteten Kurort Österreichs. Das mächtige, inzwischen stillgelegte Jugendstil-Kraftwerk steht unter Denkmalschutz und wird heute unter dem Label „sommer.frische.kunst“ als Sommerresidenz junger Künstler genutzt. Werke des Graffiti-Künstlers Mirko Reisser, alias DAIM, zieren das alte Gemäuer. Vernissagen finden hier zwischen den stillgelegten Turbinen ebenso Platz wie RavePartys.

Weiter geht’s zum Straubinger Platz. K.u.k. Nostalgie liegt in der Luft. Die Gründerzeitbauten erinnern an Paris und Wien und lassen großbürgerliches Treiben des beginnen den 20. Jahrhunderts erahnen.

Einen Hauch mondäner Dekadenz hat sich das einstige Monte Carlo der Alpen erhalten – die Zeitreise ist ein Genuss.

In Bad Gastein gibt es wahrlich kein Mittelmaß. Mit diesen imposanten Impressionen führt der Weg über die Kaiser-Promenade zum Café Gamskar. Einheimische versprechen die beste Aussicht auf Bad Gastein. Das lässt sich bei einem „Sundowner“ bezeugen, während die Pläne für die nächsten Tage fixiert werden.

Die 96Hours in Bad Gastein Features – geschrieben von Rene Fleissner und Jana Kohler, fotografiert von Daniel Sostaric, Andre Kratzer und Thomas Taurer – entstanden in Zusammenarbeit mit der Kora Group.

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Guest // Gast
Veröffentlicht am: 11. Juni 2014 von: Guest // Gast
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